Preisträger 2018

FRED 2019

Gesamtdesign

Für das Gesamtdesign, den Hauptpreis, wurden drei Rollenspielprojekte nominiert, die sich durch ein gutes Zusammenspiel vieler Faktoren auszeichnen, welche ein gutes und kreatives Larp ausmachen: Spielmechaniken, Ausstattung, Betreuung der Teilnehmenden und des Teams, Plot, Rezeption und so fort.

Der Preis in dieser Kategorie geht an:

Villa Morgenrot

Ein dystopisches Spiel über die Suche nach Partnerschaft und über Konformität. Die Villa Morgenrot ist ein Liebeshotel inklusive Sittenkur-Programm: während des Spiel erleben die Teilnehmenden einen mehrwöchigen Kurs zur Partnerfindung. Wer scheitert, wird grausam sanktioniert. Das Spiel bedient sich Mechaniken von Nordic Larps und besticht durch feinen schwarzen Humor und ein rundes immersives Gesamterlebnis für die Teilnehmenden. Inspiriert vom Film „The Lobster“ wurde mit Villa Morgenrot eine ästhetisch und inhaltlich dichte Dystopie erschaffen, die sich wenig um gängige Klischees des Genres kümmert und spannende, mitunter herausfordernde Perspektiven darauf eröffnet, wie und warum wir lieben. Und wie wir lieben könnten.

Weitere Nominierte

Tales Inside

In einer dytopischen Vision dieser Welt lebt eine faschistische Gemeinschaft von Menschen in einem Bunker unter der Erde. Wird jemand geboren, muss ein anderer sterben. Wird jemand befördert, wird jemand anderes degradiert. Das bürokratische System im festen Griff einer künstlichen Intelligenz. Tales Inside ist ein unheimlich aufwändiges und ästhetisch geschlossenes Live-Rollenspiel, das im Laufe des Spiels eine starke immersive Sandbox-Dynamik entwickelt.

Nassau 1

Mit diesem Projekt wollte die DragonFly-Orga ein preisgünstiges, action- und klischeebeladenes Seefahrer-Rollenspiel umsetzen – und das auf dem Trockenen. Die Schiffe bei diesem Segelabenteuer sind fest auf einer Wiese installiert, was dem enormen Spaß an der zentralen Spielmechanik, dem Segeln, keinen Abbruch tut. Ein außergewöhnlich experimentierfreudiges und ideenreiches Larp, das stark von der Partizipation der Community getragen wird.

Kulturförderung

In der Kategorie Kulturförderung wurden zwei Projekte nominiert, die auf besondere Weise einen Beitrag zur kulturellen Entwicklung deutschsprachiger Larp-Kultur beitragen und bildungspolitische Ansätze mit progressiven Design-Ideen verbinden.

Der Preis in der Kategorie Kulturförderung geht an:

Larpwriter Summercamp

Ein zehntägiges Camp für Jugendliche, bei dem sie sich über Larp mit der eigenen, kulturellen Position und sozialen Rolle kreativ auseinandersetzen. Hierbei stehen gegenwärtige Möglichkeiten eines cross-medialen, interaktiven Storytellings im Fokus. In Spielexperimenten, Workshops und methodischen Inputs konnten die Teilnehmenden verschiedene, kulturelle Facetten des LARP erproben und kritisch infrage stellen. Die wiederholten Durchgänge des Summercamp haben immer wieder spannendes Ideen und Spiele hervorgebracht, aber auch Tools zum Game Design, wie etwas ‚Mixing Desk Of Larp‘. Ein Konzept, dass die Teilnehmenden entsprechend individueller Bedürfnisse abholt und aktiviert, sodass im Rahmen des Camps ein sehr besonderer kreativer Geist entsteht.

Mini-Larp/Drama Game

In der Kategorie Mini-Larp / Drama Game vergibt der DLRV den Mini-Fred für kurze Formate, die sich durch besondere Plot- oder Lerninhalte und progressives Game Design hervortun. Es wurden drei Einreichungen nominiert:

Der Preis in der Kategorie Mini-Larp geht an:

My Battery Is Low And It’s Getting Dark

Das Spiel ist inspiriert von der letzten Nachrichten des MER-B „Opportunity“ Mars-Rovers der NASA. Ein Science-Fiction-Spiel der alten Schule mit philosophischen Einblicken im Angesicht einer interstellaren Katastrophe, nostalgisch und existenzialistisch.

Weitere Nominierte:

Prinzessinnenturm

Eine Gruppe junger Prinzessinnen, die allesamt von ihren Königsfamilien an vielversprechende Prinzen verheiratet werden sollen. Aber anstatt „für das Wohl des Königreichs“ die Verbindung einzugehen, nehmen die jungen Damen Reißaus. Ein Spiel über (Rollen-)Klischees, Verantwortung und Selbstbestimmung.

G7 2049

Im Jahr 2019 treffen sich die Umweltministerien der G7 zum Klimagipfel. Ihre Ziele sind nicht unter einen Hut zu bringen und das ergebnislose Ende der Konferenz steht von Anfang an fest. Auf humorvoll-groteske Weise bildet G7 2049 eine traurige Wirklichkeit ab, in der Verantwortliche sich in den eigenen Interessen verstricken.

Nachwuchsförderung

In der Kategorie Nachwuchsförderung wurden drei Projekte nominiert, die sich explizit an Einsteiger richten oder von Personen umgesetzt wurden, die zuvor keine Erfahrung als Organisatoren von Larps hatten.

Der Preis in der Kategorie Nachwuchsförderung geht an die

Orga-Support-Initiative

Ein umfangreiches und vielseitiges Maßnahmenpaket zur Förderung und Weiterentwicklung von Larp-Orgas. Die Gesellschaft für Live-Rollenspiel will mit diesem Projekt einer rückläufigen Zahl ehrenamtlicher Organisierender entgegenwirken und Austausch anregen. Zu dem Paket gehören Veranstaltungen, wie die Fachtagung ‚LARPcom‘, Workshop-Reihen und Handreichungen, die online zugänglich sind. Die Veranstaltungen wurden schon mehrfach durchgeführt und mit Begeisterung von Larp-Organisator*innen aus der ganzen Republik aufgenommen. Auch das Online-Angebot des Pakets erfreut sich reger Nutzung, Tools aus dem Paket wurden bereits auf anderen Veranstaltungen getestet und in einigen Fällen dauerhaft übernommen. Ein ergiebiger und nachhaltiger Beitrag zur Larp-Kultur.

Weitere Nominierte

OneNightDrama

Einmal monatlich soll OneNightDrama Neulingen einen niedrigschwelligen Zugang zu Larps verschaffen. Die Veranstaltet dauert jeweils einen Abend lang und erfordert von den Teilnehmenden keinerlei Vorkenntnis oder Vorbereitung: alles passiert vor Ort. Es werden Mini-Larps und Drama Games gespielt und besprochen und sich informell über Live-Rollenspiele ausgetauscht. Trotz kurzer zeitlicher Dauer kann man beim OneNightDrama besonders immersive und emotionale Spielerlebnisse haben.

Mord Im Orientepxress

Eines von vier Krimi-Spielen, die von Private Mystery kommerziell angeboten werden. Die Ausschreibung des Spiels richtet sich nahezu ausschließlich an Personen, die bislang nicht mit Live-Rollenspiel in Kontakt gekommen sind und die so einen einfachen Zugang immersiven Live-Formaten erhalten. Charaktere und Kostüme werden gestellt, was, unter anderen Dingen, die Hemmungen der Teilnehmenden senkt, selbst aktiv am Spiel teilzunehmen und einen Raum zu entdecken, der zum Spielen einlädt, es aber auch erlaubt, Fehler zu machen.

Sonderpreis Fotografie

Die Bewerbenden in dieser Kategorie wurden von Dritten vorgeschlagen. Nominiert wurden drei Fotografen, die mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Szene leisten und deren Perspektive die Wahrnehmung bestimmter Larps prägt: Nabil Hanano, Moritz Jendral und Marc Wehrmann.

Der Sonderpreis für Fotografie geht an

Moritz Jendral, dessen Aufnahmen sich durch einen besonderen Blick für Stimmungen und Momente außerhalb bildgewaltiger Action auszeichnen. Seit Jahren begleitet er Rollenspiel-Kampagnen fotografisch und macht auf diese Weise kurze Momentausschnitte eines exklusiven, dynamischen und schwerlich zu dokumentierenden Formats einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.